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07.07.2020 15:00

Paartherapie – Du verstehst mi net?!

Zu Beginn der Partnerschaft war doch alles noch so leicht und unbeschwert, man findet (fast) alles wunderbar und liebenswert am Gegenüber.
Wer kennt nicht den Blick durch die rosarote Brille, die Sehnsucht und das Gefühl die Eine/den Einen gefunden zu haben?

Man nimmt sich Zeit füreinander, spricht über Gott und die Welt und fühlt sich physisch und emotional angezogen.

Einige Zeit später sieht es eventuell schon anders aus, Herausfoderungen in Partnerschaften tauchen auf.
Manche führen zu Streit, Ärger, Verletztheit, Resignation.

Es fallen Sätze, wie:

  • Nie hörst Du mir zu!
  • Du verstehst mich nicht!
  • Du bist nicht mehr die/der in den/die ich mich verliebt habe!
  • Ich weiß nicht ob das noch Sinn macht!
  • Alles was ich sage ist falsch!

Oder es kommt zum unangenehmen Schweigen.

Die Verbindung der Partner*innen fehlt, das schmerzt, macht wütend, hilflos.

Einige (verletzende) Flucht-Strategien der Partner*innen können sein:

  • eine andere Beziehung
  • schweigen
  • weggehen
  • Lieblosigkeit
  • weniger gemeinsame Zeit

Oft ist es schwer in Krisen MITEINANDER zu sprechen. Die Sicht ist etwas vernebelt, es ist schwierig klare Gedanken zu fassen und GEMEINSAM einen Weg zu finden.

Wie und wann kann Paar-Therapie hilfreich sein?

Paartherapie findet in einem sicheren und wertschätzenden Rahmen statt.

Oft können das Schweigen oder die ständigen Koflikte konstruktiv verändert werden durch das:

  • Nehmen gemeinsamer Zeit füreinander (ohne Fluchtmöglichkeit ;)
  • auf den Tisch Legen aller Karten (in dem Fall: Gefühle und Vorwürfe)
  • Verändern von Mechanismen/Verhaltensmuster
  • (Wieder)herstellen von Nähe/Verbindung
  • Finden einer gemeinsame Sprache

Es ist nicht immer das Ziel der Paar-Therapie in Zukunft zusammen zu bleiben. Eine Trennung bedeutet nicht automatisch ein Scheitern. Die Therapie-Stunden dienen auch zur Orientierung:

  • Wo stehen wir als Paar?
  • Sehen wir uns in Zukunft gemeinsam?
  • Wie wünschen wir uns unsere Partnerschaft?
  • Gibt es einen gemeinsamen, glücklichen Weg in Zukunft?

Belinda Schittengruber

 

11.06.2020 11:00

Über die Macht der Scham und Verletzlichkeit...
Schäm Dich! 

Sie wollen im Erdboden versinken?

Gedanken kreisen im Kopf, wie zum Beispiel:

Ich möchte jetzt bloß nicht:

  • rot werden!
  • weinen!
  • mich blamieren!
  • unfähig wirken!

Da ist das Gefühl der Scham:
Das Gefühl als würde man nackt und hilflos inmitten einer Menge Menschen stehen, schutzlos.
Wer möchte sich schon so fühlen?!

Warum schämen wir uns zu zeigen, dass wir verletzlich sind?

Denken Sie an Menschen, die den Mut hatten ihre Verletzlichkeit in der Öffentlichkeit zu zeigen. Was fühlen Sie?
Jene Erzählungen bleiben uns meist im Gedächtnis, sie berühren und schaffen eine Verbundenheit.

ABER wie sieht es damit aus die eigene Verletzlichkeit anderen zu zeigen, was hindert uns daran?

Zumeist die größte Kritiker*in – Hauptwohnsitz in uns selbst – Das Gefühl der Scham.

Was sagt die Scham in uns?
Die Aussagen der Scham sind fast immer:

  • Du bist nicht gut genug!
  • Wer glaubst Du eigentlich, dass du bist?

Scham bei Frauen und bei Männern

Das Gefühl zeigt sich bei (fast) allen Menschen. Voraussetzung ist die Empathiefähigkeit. Und doch gibt es geschlechterspezifische Unterschiede aufgrund unserer Sozialisation.

Dies zeigt sich in den gesellschaftlichen/medialen Bildern

bei Frauen:

Bringe alles unter einen Hut! Sieh perfekt aus, aber bitte ohne Anstrengung!

 

Bei Männern:

Sei stark und fokusiert! Sei (m)ein Fels in der Brandung!

 

Scham – oder wie unperfekt darf ich sein?

Ein perfektes Bild in unseren Köpfen haben wir da. Doch was passiert, wenn wir dem nicht entsprechen? Dies öffnet Tür und Tor für Selbstzweifel, Vorwürfe und die Scham.

 

Der Unterschied zwischen Scham und Schuld?

Scham erschüttert unser Sein, es betrifft uns als Persönlichkeit: Du bist schlecht!

 

Schuld ist mit Verhaltensweisen gekoppelt und somit auch konstruktiver:

Ich habe einen Fehler gemacht!

Der Vorteil an der Schuld: Sie wertet die Persönlichkeit nicht als Ganzes ab.

 

Die Folgen von Scham?

Schamgefühle führen häufig zu:

  • Depression
  • Abhängigkeit, Drogenmissbrauch
  • Gewalttätigkeit
  • Suizid
  • Essstörungen

Wie unterstützt Psychotherapie?

Meine Klient*innen machen in der Psychotherapie die Erfahrung, dass es in dem sicheren und wertschätzenden Rahmen möglich ist:

  • die eigene Verletzlichkeit zu spüren und zuzulassen
  • dass es OK ist schwach zu sein
  • dass Stärke und Mut in der Verletzlichkeit liegen
  • mit sich selbst wohlwollender zu sein
  • die innere Kritiker*in zu besänftigen

Die Angst vor der Scham und die Verletzlichkeit zu zeigen wird somit meist geringer.

Brene Brown hat diesem Thema einen Ted-Talk gewidmet, den ich immer wieder gerne ansehe und empfehle:
https://www.ted.com/talks/brene_brown_listening_to_shame?language=en

Belinda Schittengruber

 

04.06.2020 10:00

Corona – Die große Erschöpfung?

Viele Personen fühlen sich im Moment urlaubsreif und erschöpft. Die Zeit der Ausgangsbeschränkungen hat Spuren hinterlassen.

Es liegt viel Verunsicherung in der Luft, viele Fragen haben sich aufgetan und niemand weiß genau wie es weitergeht. (Vermeintliche) Sicherheiten sind ins Wackeln gekommen. Das betrifft und verunsichert sehr viele Menschen.

Der Stillstand der Welt hat Viele aus dem Gleichgewicht gebracht, mehr Belastungen:

Herausforderungen im beruflichen Umfeld:

  • Wie sicher ist mein Job?
  • Ich habe meinen Job verloren!
  • Ich arbeite zu viel.
  • Wie geht es finanziell weiter?

Herausforderungen im persönlichen Umfeld:

  • Doppelbelastung mit Job und Kinderbetreuung
  • Konflikte in der Partnerschaft
  • Soziale Isolation
  • Ängste und Unsicherheiten

Die Nachwirkungen der Corona-Krise und der Ausgangsbeschränkungen zeigen sich oft als Erschöpfung und Verzweiflung.

Klient*innen berichten über Eindrücke, wie:

Ich empfinde

  • keine Lebenslust
  • Einsamkeit
  • Verzweiflung
  • Angst
  • Erschöpfung
  • Müdigkeit

Oft geht die Erschöpfung mit Symptomen einher, wie:

  • Schlafstörungen
  • Antriebslosigkeit
  • Wiederkehrende Gedanken / Zerdenken
  • Schmerzen

Es ist nicht verwunderlich, dass diese Corona-Zeit Spuren hinterlässt. Wir haben in der Vergangenheit keine Referenzen. Corona wirkt nach.

In den letzten Wochen war es Vielen nicht möglich sich zurück zu ziehen und sich selbst eine Insel zu schaffen, genügend „metime“ zu haben und sich selbst Gutes zu tun. Das macht sich bemerkbar. Hinzu kommen eventuell Sorgen und Ängste um die Zukunft.

Wie unterstütze ich Sie in der Psychotherapie?

In den Therapie-Stunden ist es möglich genauer hinzusehen und zu spüren was die Ursachen für Ihre Erschöpfung sind. Erschöpfung ist meist ein schleichender Prozess und kommt nicht von heute auf morgen. Jetzt ist die Möglichkeit da, etwas zu verändern.

Oft sind Menschen betroffen, die sehr viel Belastungen tragen und es gewohnt sind vieles alleine zu meistern. Dies funktioniert meist lange sehr gut, aber irgendwann kann es zu einem Punkt kommen, wo im Mittelpunkt steht:

ICH KANN NICHT MEHR. Und dann geht wirklich nichts mehr.

Viele meiner Klient*innen beschäftigen sich in den Therapie-Stunden mit Themen wie:

  • Wie schaffe ich genügend Raum für mich?
  • Wie kann ich öfters NEIN sagen?
  • Was benötige ich zum Ausgleich?
  • Was treibt mich an über meine Grenzen zu gehen?
  • Wie kann ich mit Situationen anders umgehen?

Belinda Schittengruber

 

19.05.2020 14:00

Corona – Die Aufräumarbeiten

Schon aufgeräumt?

In den vergangenen Wochen stand die Welt fast still. In den eigenen vier Wänden wurde viel aussortiert, umgeräumt und neu strukturiert. Oft nicht nur im Außen. Für Viele war und ist es eine Zeit des inneren Aufräumens.

Die Auseinandersetzung mit sich selbst – Ein Corona-Nebeneffekt?

Viele meiner Klient*innen berichten, dass der Corona-Ausnahmezustand eine große Veränderung war und ist. Da ist plötzlich mehr Zeit um sich mit sich selbst zu beschäftigen. Weniger Ablenkung und weniger Möglichkeiten sich von sich selbst „abzulenken“.

Eine Zeit zum Nachdenken, Reflektieren und Hinterfragen von Prioritäten.

Die Krise als Chance?

Was Einige als einen angenehmen und wertvollen Rückzug beschreiben, als ein Aufräumen, ist für manche mit Schmerz und Erschöpfung verbunden. Kein Stein bleibt auf dem anderen.

Vermeintliche Sicherheiten wackeln und (alte) Gefühle tauchen in Form von Fragen auf:

  • Wo stehe ich in meinem Leben?
  • Wie geht es weiter?
  • Was ist mit meinen bisherigen Plänen?
  • Wie soll meine Zukunft aussehen?

Denken oder Fühlen?

Das Denken hilft uns vor allem bei der Lösung rationaler Aufgaben, wenn es um Emotionen und Herzensangelegenheiten geht, steht es leider oft im Weg.

Viele Klient*innen stellen sich die Frage:

  • Warum drehen sich meine Gedanken im Kreis?
  • Warum komme ich im Denken zu keiner Lösung?

Im Kopf wägen wir oft das Für und Wider ab, denken Situationen durch und suchen regelrecht nach Lösungen. Das kostet mit der Zeit sehr viel Energie und ist ermüdend, teilweise zermürbend. Die Klarheit schwindet und die Gefühle werden als durcheinander empfunden. WARUM-Fragen werden als besonders zermürbend empfunden.

Vom vielen Denken habe ich keinen klaren Kopf mehr?

Es geht nicht darum die Gedanken zu ändern, sondern den Umgang damit.

Fakten abzuwägen und zu denken ist natürlich auch hilfreich, aber es geht auch darum sie sein zu lassen und zu spüren was der Bauch dazu sagt, bzw. wie es sich anfühlt.

Bei den vielen Gedanken bleibt das Fühlen – das Bauchgefühl, die Intuition auf der Strecke.

Was das (Zer)denken bewirkt:

  • Zweifel
  • Hoffnungslosigkeit
  • Ratlosigkeit
  • Ein Gefühl der Schwere
  • Kontrollverlust

 

Wie komme ich weg vom Denken?

Oft kommen Klient*innen zu mir um dem (übermäßigen) Denken ein Ende zu bereiten.

Was sind die Ursachen für das (Zer)denken von Situationen?

Oft liegen Gefühle verborgen, die sich eventuell nicht gut anfühlen, die man gerade nicht spüren möchte. Oft ist es die Angst – Angst vor der Ungewissheit, vor VerletzungenSchmerz, Trauer, Hilflosigkeit.

Gedanken lassen sich nicht so einfach abschalten und wenn man sie versucht bei Seite zu schieben, sich abzulenken, sie kommen wieder. Sie sind hartnäckig. Manchmal hilft kurzzeitig ein Glas Wein oder Sport. Aber eben nicht langfristig.

Wie unterstütze ich Sie in der Psychotherapie?

In der Therapie haben Sie die Möglichkeit:

  • Ihre eigenen Bedürfnisse in den Fokus zu stellen.
  • Die Ursachen Ihrer Gedanken zu erforschen.
  • Über Ihre Gedanken zu sprechen und diese zu verstehen.
  • Eventuell verborgene Gefühle zu spüren.
  • Ihrer Intuition (Bauchgefühl) wieder zu vertrauen.

Was kann ich selbst tun?

Die Gedanken zu besänftigen oder los zu lassen ist nicht immer einfach.

Meditation kann sehr hilfreich sein Gedanken loszulassen. Manchmal sind diese stillen Momente jedoch nicht aushaltbar. Gedanken entstehen oft um uns von dieser Stille abzulenken.

Vielleicht ist es aber möglich zwischendurch:

  • tief durchzuatmen
  • im Moment zu sein
  • in sich zu spüren: Welche Gefühle sind da? Angst? Trauer? Hilflosigkeit?
  • die Gedanken nieder zu schreiben

Belinda Schittengruber

 

28.04.2020 12:00

Corona: Die Ausgangsbeschränkung und ihre Folgen

Ich möchte heute meine Eindrücke aus meiner Arbeit mit Klient*innen berichten und die Folgen der wochenlangen Ausgangsbeschränkungen beleuchten. Diese werden teilweise unterschätzt.

Welche Herausforderungen und Probleme zeigen sich?

  • Verzweifelte Kinder, die ihre Freund*innen vermissen.
  • Überforderte Eltern.
  • Paare, die oft streiten.
  • Singles, die „real life“ Kontakte vermissen.
  • Wachsende Aggression und Wut – die Nerven liegen blank!
  • Existenzängste – Wie geht es weiter?

 

Ich beobachte bei meinen Klient*innen und in meinem Umfeld:

  • Sorge
  • Skepsis
  • Widerwillen (z.B. gegen das Tragen der Masken)
  • Wut
  • Verzweiflung

Und ehrlich gesagt, ich bin nicht verwundert: Wir leben seit Wochen ein teilweise komplett anderes Leben mit großen Einschränkungen und Herausforderungen. Das Leben während der Corona-Ausgangsbeschränkungen ist nicht normal und sucht den Vergleich in der Vergangenheit. Das Feiern und Zusammensein beschränkt sich auf "online-Aktivitäten", Feste / Trauerfeiern werden (auf unbestimmte Zeit) verschoben. Das soziale Leben ist fast nicht mehr existent. Dies hinterlässt Spuren. In dieser Zeit bemerken viele Menschen, wie wichtig soziale Kontakte sind.

Ungewisse Fragen, die viele von uns beschäftigen:

  • Wie geht es beruflich/finanziell weiter?
  • Wann gibt es wieder ein annähernd normales Leben?

Diese Ungewissheit kann als sehr unangenehm empfunden werden, sie führt bei vielen Klient*innen zu Reaktionen wie:

  • Angst
  • Hilflosigkeit
  • Wut/Zorn
  • Resignation

Wie kann ich Sie unterstützen?

In den Psychotherapie-Stunden ist es möglich in einem sicheren Rahmen Ihre Ängste, Sorgen, die Wut und Hilflosigkeit zu thematisieren und genauer hin zu spüren. Antworten auf Fragen zu finden, zum Beispiel:

  • Wie gehe ich mit meiner Hilflosigkeit, meinem Ärger um?
  • Gibt es eventuell (frühere) Ursachen für meine Reaktion?

Belinda Schittengruber

 

31.03.2020 21:00

Soul-Support: Hilfe in der Krise.

Liebe KlientInnen,
Soul-Support: PsychotherapeutInnen, PsychologInnen und beratende Professionen unterstützen und begleiten Menschen in der Corona-Krise. Nähere Informationen unter: www.soul-support.at

Belinda Schittengruber

 

18.03.2020 10:52

Onlineberatung: Videochat ohne Softwareinstallation!

Liebe KlientInnen,
Onlineberatung per Video-Chat: "theraPsy" ist ein Tool, welches für Sie als KlientIn auch ohne Software-Installation nutzbar ist. 

Belinda Schittengruber

 

17.03.2020 18.31 

Aktuelles: Ab jetzt für Sie die wichtigsten News.

Liebe KlientInnen,
Corona verändert derzeit unser aller Leben. Ich werde nun für Sie alle relevante Informationen auf dieser Seite "Aktuelles" veröffentlichen.

Belinda Schittengruber